Notbeleuchtung

FAQ: Häufig gestellte Fragen


Notbeleuchtung hat zwei Funktionen. Bei einem Netzausfall stellt sie sicher, dass Personen das Gebäude schnell und sicher verlassen können und, dass Einsatzkräfte von außen ins Gebäude kommen können. Notbeleuchtung unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. Verantwortlich für die Umsetzung ist der jeweilige Bauherr.

Zur Umsetzung stehen unterschiedliche Technologien zur Verfügung. Im Normalfall unterscheidet man zwischen zentral und dezentral versorgten Notbeleuchtungssystemen.

Bei zentral versorgten Notbeleuchtungssystemen stellt eine große Batterie oder ein Generator die Energie für die Notbeleuchtung über ein besonders geschütztes Versorgungsnetz bereit. Tridonic bietet ein umfangreiches Sortiment an Produkten für diesen Bereich. Eingesetzt werden können alle Tridonic LED-Driver sowie elektronische Betriebsgeräte für Leuchtstofflampen, die der Norm EN 50172 entsprechen.

Dezentral versorgte Notbeleuchtungssysteme kommen ohne ein eigenes Versorgungsnetz aus und sind dadurch einfacher und flexibler. Sie bestehen aus einem Notlichtbetriebsgerät, einer Batterie und einer Indikator-LED. Mit diesen zusätzlichen Komponenten kann jede Leuchte mit nur wenigen Handgriffen in eine unabhängige Notleuchte umgebaut werden.
Die Vorteile dezentraler Notbeleuchtungssysteme liegen auf der Hand: Durch Einbau aller notwendigen Komponenten in die Leuchte entfällt die teure Verdrahtung einer Zentralbatterieanlage und durch den Einsatz vieler dezentraler Einzelbatterien sinkt das Risiko eines Totalausfalls erheblich.

Für alle Arten der Notbeleuchtung gibt es zwei unterschiedliche Betriebsarten: Bereitschaftsbetrieb und Dauerbetrieb.
Im Bereitschaftsbetrieb ist die Leuchte aus, solange das Netz verfügbar ist. Büroanwendungen sind ein häufiges Einsatzgebiet dieser Betriebsart.
Im Dauerbetrieb ist das Licht unabhängig von der Netzverfügbarkeit immer eingeschaltet. Häufig eingesetzt wird diese Betriebsart für die Beschilderung von Notausgängen (Rettungszeichen).

 

LED-Notlicht

Die LED-Technologie bietet weitergehende Möglichkeiten für die Integration von Notbeleuchtung. So ist es beispielsweise möglich, mit nur wenigen Notlichtbetriebsgeräte-Varianten von Tridonic, eine optimale Lösung für alle gängigen LED-Module anzubieten. Um sämtliche Kundenwünsche abdecken zu können, werden Notlichtbetriebsgeräte in unterschiedlichen Varianten angeboten, als manuell getestete Geräte sowie als Autotestgerät mit oder ohne DALI-Interface.

  1. Leistungsregelung beim EM converterLED
    • Bei der Entwicklung der EM converterLED Plattform lag der Fokus auf maximaler Flexibilität und einem schlanken Portfolio. Durch die integrierte Leistungsregelung erhält der Anwender immer den maximal möglichen Lichtstrom, unabhängig vom eingesetzten LED-Modul. Eine Programmierung oder Einstellung der Strom- und Spannungswerte für unterschiedliche LED-Module ist nicht erforderlich.  

  2. Strom- und Spannungswerte beim EM converterLED
    • Durch die Leistungsregelung werden die Strom- und Spannungsparameter des EM converterLED eigenständig eingestellt. Um die relevanten Parameter vorab bestimmen zu können, empfiehlt es sich, die entsprechenden Werte mit Hilfe des Datenblattes zu ermitteln.  

  3. Kombinierte Notlichtbetriebsgeräte
    • Kombinierte Notlichtbetriebsgeräte wie das EM powerLED 50 W oder das EM powerLED 80 W bieten eine „All-in-One“-Lösung. Solange Netzspannung verfügbar ist, betreibt das EM powerLED die angeschlossenen LEDs mit dem eingestellten Strom. Bei einem Netzausfall stellt das Betriebsgerät automatisch auf den Notlichtbetrieb um. Die Vorteile dieser Lösung liegen in der einfachen Verdrahtung und einer garantierten Kompatibilität der Komponenten. 

  4. SELV- und Non-SELV-Notlichtbetriebsgeräte
    • Für unterschiedliche Leuchtentypen sind Notlichtbetriebsgeräte mit unterschiedlichen Spannungsklassen erforderlich. Bei Leuchten, die über keine Schutzabdeckung verfügen, muss die Spannung stets kleiner als 60 V DC sein und alle verwendeten Komponenten müssen die spezifizierten Isolationswerte aufweisen.
      Für Leuchten dieser Kategorie dürfen ausschließlich SELV-spezifizierte Notlichtbetriebsgeräte verwendet werden!
      Für Leuchten mit höherer LED-Vorwärtsspannung werden Notlichtbetriebsgeräte mit einer höheren Spannungsklasse verwendet.  

  5. NiCd- und NiMH-Varianten
    • Um die optimale Performance von unterschiedlichen Batterietypen erreichen zu können, sind entsprechende Lade- und Entladeverfahren notwendig.
      Für dezentrale Notbeleuchtungssysteme stehen mit NiCd und NiMH unterschiedliche Batterietypen zur Verfügung. Dabei muss darauf geachtet werden, dass Notlichtbetriebsgerät und Batterie korrekt aufeinander abgestimmt sind. Eine falsche Kombination aus Notlichtbetriebsgerät und Batterietyp kann zu einem frühen Ausfall der Batterie führen.

 
 

Notbeleuchtung mit Leuchtstofflampen

Ein großer Teil der bestehenden Notbeleuchtungssysteme wird mit Leuchtstofflampen betrieben. Tridonic bietet für alle gängigen Leuchtstofflampen Notlichtbetriebsgeräte mit unterschiedlichen Funktionalitäten an.

  1. Wie lange dauert es bei Geräten der PC COMBO Familie (kombinierter elektronischer Vorschaltgeräte und Notlichtbetriebsgeräte) bis die Lampe nach einem Netzausfall im Notlichtbetrieb startet?
    • Weniger als 200 Millisekunden.

  2. Wieso gibt es bei EM BASIC vier verschiedene Typen?
    • Das Notlichtgerätesortiment EM BASIC besteht aus vier unterschiedlichen Produkttypen (A, B, C, D). Diese sind optimiert für die unterschiedlichen Start- und Betriebsanforderungen verschiedener Leuchtstofflampentypen. Sie stellen damit den bestmöglichen Lampenbetrieb und eine lange Lampenlebensdauer bei einer minimalen Anzahl an Akku-Zellen sicher.

 
 

Batterie

  1. Garantie
    • Details zu den Garantiebedingungen für Batterien von Tridonic finden sich unter Garantiebedingungen.

  2. Alterung
    • Grundsätzlich unterliegen Batterien wie jedes andere elektrochemische Bauteil einer Alterung. Die erwartete Lebensdauer der Batterie liegt bei 4 Jahren. Der genaue Wert hängt ab von der Temperatur und der Anzahl der Entladezyklen.

  3. Declaration of Design
    • Die Declaration of Design beschreibt die Grenzwerte, mit denen die zu erwartende Lebensdauer der Batterie erreicht wird. Für unterschiedliche Ladeschaltungen gibt es unterschiedliche Dokumente. Diese befinden sich im Downloadordner der jeweiligen Batterie.

  4. Declaration of Safety
    • In der Declaration of Safety wird die Sicherheit und die chemische Zusammensetzung der jeweiligen Zellentypen beschrieben. Besonders für den Transport und für die Lagerung von Batterien sind die Inhalte dieses Dokuments relevant. Das Dokument befindet sich im Downloadordner der jeweiligen Batterie.

  5. Batterietechnologien
    • Für Einzelbatteriesysteme werden hauptsächlich NiCd- und NiMH-Batterien eingesetzt. Das Verbot zur Verwendung von NiCd-Batterien gilt für Notlichtanwendungen nicht.
      NiCd-Batterien sind robuste und wirtschaftlich attraktive Energiespeicher. NiMh-Batterien bieten den Vorteil einer deutlich höheren Energiedichte. Sie finden dadurch häufig Verwendung in Leuchten mit geringem Platzangebot.

  6. Wie hoch ist der Cadmium-Anteil bei NiCd-Akkus?
    • Der Cadmium-Anteil bei NiCd-Akkus beträgt rund 20 % des Gesamtgewichts.

  7. Sind die Akkus und die mitgelieferten Anschlussdrähte silikonfrei?
    • Ja, die Akkus und die mitgelieferten Anschlussdrähte inklusive der Flachstecker für den Akku-Anschluss sind silikonfrei.

  8. Müssen die Notlicht-Akkus nach vier Jahren ausgetauscht werden?
    • Die Notlicht-Akkus müssen getauscht werden, wenn die vorgeschriebene Notlicht-Betriebsdauer nicht mehr erreicht wird. Die Notlicht-Akkus sind für eine Lebensdauer von vier Jahren bei max. zulässiger Gehäusetemperatur ausgelegt.

  9. Erfüllen die Tridonic Akkus die Europäische Batteriedirektive?
    • Ja, die Akkus erfüllen die Europäische Batteriedirektive 2006/66/EC.

  10. Was bedeutet Multi-Level-Ladesystem?
    • Wie der Name schon andeutet, arbeitet das Multi-Level-Ladesystem mit drei verschiedenen Ladezyklen:

      Initialladung
      Wird ein neuer Akku an das Notlichtbetriebsgerät angeschlossen, so wird dieser 20 Stunden lang mit hohem Ladestrom geladen. Dies stellt sicher, dass die neuen Zellen voll geladen werden, unabhängig von ihrem Ausgangs­zustand. Nach 20 Stunden wechselt das Notlicht­betriebsgerät in den Erhaltungs­ladebetrieb.

      Schnellladung
      Wird der Akku durch einen Netzausfall oder einen Test entladen, so wird der Akku im Anschluss durch den Schnelllade­betrieb mit hohem Ladestrom wieder aufgeladen. Durch den Schnelllade­betrieb werden Ladezeiten erreicht, die über die Anforderungen der Norm hinausgehen. Anschließend wechselt das Notlicht­betriebsgerät wieder in den Erhaltungs­ladebetrieb.

      Erhaltungsladung
      Um sicherzustellen, dass die Akkus immer voll geladen sind, auch bei tiefen Temperaturen, werden sie im Erhaltungs­ladebetrieb permanent geladen. Der Erhaltungs­ladebetrieb reduziert dabei den Ladestrom. Dies spart Energie und verringert die Temperatur der Akkus, was sich in einer längeren Lebensdauer niederschlägt.


  11. Welche Geräte arbeiten mit dem intelligenten Multi-Level-Ladesystem?
      • EM BASIC lp G2 
      • EM SELFTEST G2 
      • EM PRO G2 
      • EM powerLED Basic 1-4W
      • EM powerLED ST 1-4W
      • EM powerLED PRO 1-4W
      • EM converterLED ST
      • EM converterLED PRO

  12. Was sind die Vorteile des Multi-Level-Ladesystems?
      • Niedrigere Akkutemperatur und als Folge eine längere Lebensdauer der Akkus 
      • Kürzere Ladezeiten
      • Geringerer Stromverbrauch

  13. In welchem Ladungszustand werden die Notlicht-Akkus geliefert?
    • Die Notlicht-Akkus werden mit circa 30 % Ladung geliefert. Der Ladungszustand verringert sich während der Lagerung der Akkus durch Selbstentladung. Abhängig von der Lagerungsdauer kann der Ladungszustand beim Einbau in die Notleuchte entsprechend niedriger sein.

 
 

Generelle Themen

  1. Layerstruktur
    • Tridonic bietet Notlichtbetriebsgeräte mit unterschiedlicher Funktionalität an:

      BASIC
      Notlichtbetriebsgeräte der BASIC-Familie ermöglichen manuelle Tests. Die Dauer der Notlichtfunktion muss manuell überprüft werden. Das erforderliche Testprotokoll muss manuell gepflegt werden. Die Ausführung eines Tests erfolgt entweder über den an der Notleuchte angebrachten optionalen Testswitch oder über einen Schalter in der Elektroinstallation.

      SELFTEST
      Notlichtbetriebsgeräte der SELFTEST-Familie führen sowohl den Funktions- als auch den Betriebsdauertest nach einem festgelegten Muster aus. Ein manueller Eingriff ist dazu nicht notwendig. Anhand der Indikator-LED kann festgestellt werden, ob der Test erfolgreich war. Das erforderliche Testbuch muss manuell gepflegt werden.

      PRO
      Notlichtbetriebsgeräte der PRO-Familie verfügen über ein DALI-Interface. Über diese Schnittstelle kommuniziert das Notlichtbetriebsgerät mit einer Steuereinheit. Mithilfe der Steuereinheit kann die gesamte Notlichtanlage von einem zentralen Punkt aus gesteuert und überwacht werden. Das Testbuch wird automatisch erstellt und gegebenenfalls auf einen externen Datenträger gespeichert.

  2. Was ist der EBLF?
    • EBLF steht für „Emergency Ballast Lumen Factor“ und ist das Verhältnis des Lampenlichtstroms im Notlichtbetrieb zum Lichtstrom derselben Lampe bei Betrieb mit dem entsprechenden Referenzvorschaltgerät.
      Der Wert des EBLF muss im Datenblatt angegeben werden. Dabei ist der kleinste Wert zwischen 60 Sekunden nach Netzausfall und dem Ende der Bemessungsbetriebsdauer anzugeben. Der Wert nach fünf Sekunden muss mindestens 50 % des angegebenen EBLF erreichen. Für den genauen Wortlaut der Normenanforderung siehe EN 61347-2-7.

  3. Darf bei Notleuchten die Spannungsfestigkeitsprüfung mit 1500 V AC angewendet werden?
    • Um eine Beschädigung der elektronischen Betriebsgeräte zu vermeiden, darf die Spannungsfestigkeitsprüfung mit 1500 VAC nicht angewendet werden.
      Gemäß IEC 60598-1 Anhang Q bzw. ENEC 303-Annex A sollte jede ausgelieferte Leuchte einer Isolationsprüfung (Isolationswiderstandsmessung) mit 500 VDC für die Dauer einer Sekunde unterzogen werden. Die Prüfspannung wird zwischen den miteinander verbundenen Klemmen von Phase und Nullleiter und der Schutzleiteranschlussklemme angelegt. Der Isolationswiderstand muss dabei mindestens 2 MΩ betragen.